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Chronik

Der Arbeitskreis Innenstadt wurde 1983 von Hallensern gegründet, die dem Verfall ihrer Stadt nicht mehr tatenlos zusehen wollten. Die Mitglieder der Gruppe legten Hand an gefährdete Gebäude, besserten Dächer aus, verschlossen Zugänge, stützten Fachwerk ab und bargen Baumaterial zur Wiederverwendung. Seit den 90er Jahren hat sich der Schwerpunkt stärker auf die Öffentlichkeitsarbeit verlagert. Die folgende Liste gibt einen Überblick über die Aktivitäten und Themen des Vereins, wobei zunächst die Bautätigkeiten aufgenommen sind, die Themen werden schrittweise ergänzt.
Die Liste wird angeführt vom umfangreichsten Bauprojekt des AKI, dem inzwischen vereinseigenen Fachwerkhaus Schmeerstraße 25.

Schmeerstraße 25
Schmeerstraße 25
1987–1994
Schmeerstraße 25
Das heute nur noch vier Meter breite Fachwerkhaus in der Schmeerstraße 25, wenige Schritte vom Marktplatz enfernt, wurde 1577/78 errichtet. Nach dem Baubefund muß es damals wesentlich größer gewesen sein: alle Balken sind an der linken Hausseite abgeschnitten. Die Kellerausdehnung läßt auf die Reduzierung eines ursprünglich doppelgiebligen Hauses um mehr als die Hälfte schließen. Der verbliebene Teil erhielt im 18. Jahrhundert größere Fenster, so daß sich von der reich ausgebildeten Fassade nur noch der Zwerchgiebel mit Andreaskreuzen und einige Schwellbalken mit geschnitzten Füllhölzern erhalten haben. Anfang des 20. Jahrhunderts erhielt das Erdgeschoß seine Schaufenstereinbauten.
Das Haus beherbergte im Laufe der Jahrhunderte ausschließlich Handwerkerfamilien, anfangs Fleischer und Schmeerschneider, später einen Barbier und Chirurgen und bis ins 20. Jahrhundert eine Schuhmacherfamilie. 1983 zuerst zu Wohnzwecken besetzt, wurde die Schmeerstraße 25 schnell das wichtigste und aufwendigste Bauprojekt des AKI, das erst nach elf Jahren seinen Abschluss fand. Die schwammbefallene und infolge von Umbauten statisch unhaltbare Rückfassade mußte vollständig erneuert werden. Schon in dieser ersten zweijährigen Bauphase war es das Betreben, der historischen Substanz gerecht zu werden und alle Arbeiten in traditioneller Bauweise auszuführen. Für das Fachwerk wurde Altholz verwendet und die Fächer wieder traditionell mit Lehm verfüllt.
1987 übernahm der AKI das Haus in seine Verfügung und baute es nun schrittweise zu einem Zentrum für Denkmalpflege aus. Bis 1994 wurden Dach und Fassade nach historischen Befunden instandgesetzt, die Innenräume und der Keller ausgebaut. Interessante Baudetails sind dabei soweit möglich sichtbar geblieben, wie die teilweise erhaltene Deckenfarbe und der Rest eines alten Kaminschachtes im Erdgeschoß. Die Fachwerkgestaltung der Fassade wurde – soweit noch vorhanden – wieder sichtbar gemacht.
Keller und Erdgeschoß beherbergen heute eine Galerie mit wechselnden Ausstellungen. Im ersten Obergeschoß befindet sich das Büro des Vereins mit Bibliothek und Archiv, das zweite wurde durch Weglassen der einzigen Trennwand zu einen kleinen Veranstaltungssaal, in dem bis zu 30 Gäste Platz finden. Das dritte Obergeschoß wird für Wohnzwecke genutzt.
Alter Markt 31
Alter Markt 31
1984 –1986
Alter Markt 31
An dem um 1600 errichteten Fachwerkhaus mit Bohlenstube wurde die Dachhaut mehrmals geschlossen. Nach dem Abriß der Nachbarhäuser führte der Arbeitskreis Sicherungsarbeiten durch: beide Giebel wurden miteinander verspannt, der Giebel an der Westseite neu aufgemauert, die Fundament für den Ostgiebel geschachtet und der umgestürzte Schornstein abgetragen. Das Haus wurde 1987 – 1989 saniert.
1986
Mansfelder Str. 56
Das Erdgeschoß des ehemaligen Gasthofes am Westeingang der Stadt wurde teilweise abgestützt und Eingänge verschlossen, um unbefugten Zutritt zu verhindern.
1986 wurde das denkmalgeschützte Gebäude trotz mehrfacher Intervention abgerissen.
1986, 1995
»Ackerbürgerhof«
Grosse Klaustrasse 14
Die mehrflüglige Anlage stammt hauptsächlich aus dem 15. bis 18. Jahrhundert, umfaßt aber auch Teile eines romanischen Wohnturmes aus der Zeit um 1200. Bei den Einsätzen haben wir die Dachhaut mit Planen und Dachziegeln geschlossen, den Dachstuhl teilweise abgestützt, den romanischen Wohnturm freigelegt und mehrmals Eingänge verschlossen. In Vorbereitung der Sanierung (1995 – 1997) wurden barocke Stuckdecken geborgen.
Brüderstraße 12
Brüderstraße 12
1988–1992
Brüderstrasse 12
Das große Wohn- und Geschäftshaus ist in der Renaissance errichtet und später mehrfach umgebaut worden. Zwischen 1988 und 1992 haben wir wiederholt das Dach mit Planen und Dachziegeln geschlossen, im Erdgeschoß Deckenbalken abgestützt, schwammbefallene Bauteile entfernt und große Mengen Schutt beräumt. Seit 1997 wird an der Sanierung des Gebäudes gearbeitet.
1988/89, 1994
Rannische Strasse 9
Dieses Bürgerhaus der Renaissance – inschriftlich datiert auf 1540 – ist eines der letzten spätmittelalterlichen Giebelhäuser in Halle. Bei verschiedenen Arbeitseinsätzen haben wir mehrmals die Dachhaut geschlossen und Eingänge verschlossen. 1999 wurde der Bau saniert.